Fachtagung

3. Sondershäuser Symposium zur Musik - Musik und Bildung in der NS-Zeit

Im Haus der Kunst ist das Loh-Orchester Sondershausen beheimatet.

"Sondershäuser Faulenzer"
oder: GMD Wartisch und das Loh-Orchester im Disput
Das Loh-Orchester Sondershausen zwischen 1933 und 1944

3. Sondershäuser Symposion zur Musik - Musik und Bildung in der NS-Zeit

Die Musikstadt Sondershausen beschäftigt sich auch in ihrem dritten Symposion zur Musik mit ihrer bemerkenswerten Musikgeschichte. Erneut geht es um die musikalische Bildung in der NS-Zeit. Nachdem 2022 die Luftwaffen-Musikschule und 2023 das Schicksal der ersten Thüringer Musikhochschule in dieser Zeit im Mittelpunkt standen, geht es in diesem Jahr um das Loh-Orchester Sondershausen zwischen 1933 und 1944.

Die Aufarbeitung dieser elf Jahre Orchestergeschichte aus heutiger Perspektive zeigt einerseits den Alltag kultureller Entwicklungen unter nationalsozialistischen Bedingungen, mit denen man sich arrangierte (u. a. im ‚Kampfbund deutscher Kultur'). Andererseits wird ein kultureller Niedergang ohnegleichen deutlich, in dem sich unter Berufung auf das Führerprinzip jeder, dem das irgendwie möglich war, zum ‚Führer' hochstilisieren konnte. O-Ton SA Standartenführer Dr. Otto Wartisch nach einem Jahr als GMD: ‚Drei Prinzipien bestimmten unsere Arbeit im letzten Jahr: m e i n Wille, i h r Opfergang, u n s e r e Arbeitskameradschaft.'*
Nichts davon hat mit einem tragfähigen Kulturverständnis zu tun.

Nicht weniger interessant ist, was in anderen Orchestern in diesen Jahren passierte. So werden die Gäste u.a. über die Staatskapelle Weimar oder über das Meininger Orchester informiert. Auch die Rolle des Reichspropagandaministeriums sowie das Orchesterrepertoire und die Orchestertourneen in dieser Zeit werden beleuchtet.

Die Aufarbeitung dieser kulturpolitischen Entwicklungen ist durch die Beleuchtung der Geschichte des Staatlichen Loh-Orchesters in der NS-Zeit nun abgeschlossen. Ebenfalls spannend wird die Aufarbeitung des Schicksals der Kulturinstitutionen der Stadt nach 1945 sein, die für die Folgejahre geplant ist.

* Ansprache des Intendanten Dr. Otto Wartisch an die Mitglieder des Landestheaters zum Spielzeitbeginn im Thüringer Tageblatt. Der Deutsche. Sondershäuser Anzeiger vom 16. Oktober 1934

 

Die Referent*innen und ihre Themen

PD Dr. Marko Kreutzmann, Philosophische Fakultät der FSU Jena
Politisch-Kulturelle Entwicklung der ehemaligen Thüringer Residenzen nach 1920

PD Dr. Friedemann Pestel, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Die Rolle des Reichspropagandaministeriums, das Orchesterrepertoire und die Orchestertourneen

Prof. Dr. Eckart Lange, Gründungsdirektor der Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen, Weimar
Vom Schicksal des einstmals berühmten Loh-Orchester in Thüringens dunkelster Zeit

Dr. Christoph Meixner, Leiter des Landesmusikarchivs Thüringen
Staatskapelle Weimar (Arbeitstitel)

Dr. Maren Goltz, Kustodin der Sammlung Musikgeschichte /
Max-Reger-Archiv in Meiningen
Die Situation in Meiningen (Arbeitstitel)

Jetzt anmelden

Termin

02.11.2024
14.00 Uhr -

03.11.2024
14.00 Uhr

Kategorie

Fachtagung

Stadt

Sondershausen

Veranstaltungsort

Carl-Scheppig-Saal im Wagenhaus

Veranstalter*in

Stadt Sondershausen, Kooperationspartner: Landesmusikakademie, TN LOS!

Musiker*in

Prof. Dr. Eckart Lange

GEBÜHREN

Wer nur einzelne Vorträge anhören möchte, ist herzlich eingeladen, vorbeizukommen. Eine Anmeldung ist hierfür nicht nötig.

Wer am gesamten Symposion teilnehmen möchte, meldet sich bitte bei der Landesmusikakademie an. Es wird ein Tagungsbeitrag von 25 € inkl. Tagungsgetränke und Mittagessen am Sonntag erhoben.

Eine Übernachtung ist selbst zu organisieren. 

Anmeldung bis 18.10.2024