Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter! 
     (William Shakespeare)

Wilhelm Berger, Ständchen [CD]

Als kleinen Trost in dieser kulturarmen Sommerzeit – und zugleich als Vorgeschmack auf zukünftige Konzerte im Miteinander-Erleben – haben wir für Sie Musikaufnahmen aus den letzten Jahren der Arbeit des Landesjugendchores Thüringen unter Leitung seines Künstlerischen Leiters Nikolaus Müller ausgewählt, um so diese Zeit der eingeforderten kulturellen Corona-Stille "hörbar" zu überbrücken.

Wilhelm Berger, Im Fliederbusch ein Vöglein saß [CD]

Krise besteht im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen, einzeln gelesen bedeuten sie Gefahr und Chance. Entscheiden wir uns für das letztere trotz aller täglich immer noch besorgniserregenden Nachrichten.

Johannes Brahms, Nachtwache Nr. 1 und Nr. 2 [2018]

Die Sänger*innen und das Team des Landesjugendchores wünschen Ihnen eine Zeit in Hoffnung und Zuversicht. Und einen guten Weg im Umgang mit dieser singulären Situation und den eingeforderten veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Wilhelm Berger, Gebet [CD]

Als der Landesjugendchor sich 2013 wieder neu gegründet hatte, sah die Kulturszene noch gänzlich anders aus. Seit Mitte Februar hat sie sich irrsinnig schnell und vor allem radikal verändert. Wer hätte sich das jemals vorstellen können?

Clara Schumann/ Clytus Gottwald, Liebst Du um Schönheit [2019]

Der Doyen der zeitgenössischen Chormusik Clytus Gottwald hat drei Klavierlieder von Clara Schumann ausgewählt und sie für sechsstimmigen Chor A-Cappella transkribiert. Diese Bearbeitungen sind eine Hommage an Clara Schumann zu ihrem 200. Geburtstag 2019 und dem Landesjugendchor Thüringen als Initiator gewidmet. Die Uraufführung fand im Rahmen des Abschlusskonzertes der Liszt-Biennale am 10. Juni 2019 in Sondershausen statt.
HIER Vorwort Clytus Gottwald zu seinen Clara Schumann-Transkriptionen (Carus-Ausgabe)

Clara Schumann/ Clytus Gottwald, Ich stand in dunklen Träumen [2019]

Für die zeitgenössische A-Cappella-Musik ist der 1925 geborene Chordirigent, Komponist, Musikwissenschaftler und Theologe Clytus Gottwald von wesentlicher Bedeutung.

Seine anspruchsvollen Transkriptionen für Chor A-Cappella werden von allen großen Chören weltweit mit großem Erfolg aufgeführt. In seinen Transkriptionen vor allem von Klavierliedern überträgt er vokale Satztechniken der Neuen Musik auf traditionelle Kompositionen, wobei er die Strukturen der Werke in äußerst differenziertem Klang ohrenfällig macht.

Robert Schumann/ Clytus Gottwald, Mondnacht [2018]

Serenaden, Nocturnes, Nachtmusiken – seit jeher war der Einbruch der Dämmerung eine Zeit, in der Musik eine besondere Rolle spielte. Jenseits von Alltagsbetrieb und zielgerichteter Geschäftigkeit, abseits vom Tageslicht hatte Musik einen Raum, der weniger von liturgischen oder höfischen Erfordernissen bestimmt war, sondern vielmehr intimen Bedürfnissen folgte. Hier setzte sich der Mensch ganz mit sich selbst auseinander.

Max Reger, Nachtlied [2018]

Die Nacht als Zeit der Stille und Besinnung, Träume und Entdeckungen – aber auch der Sehnsüchte und Bedrohungen, Stürme und Gefahren. Unwetter und Sturm sind ein Sinnbild für die Ambivalenzen, welche die Nacht mit sich bringen kann. Diese Gedankenwelt hat Komponisten aller Zeiten zu großartigen Kompositionen inspiriert. 

Max Reger hat noch eine weitere, äusserst anspruchvolle Nacht-Gedanken Komposition geschrieben: Abendlied op. 39, Nr.2 (1899) für sechsstimmigen Chor A-Cappella auf einen Text von August Heinrich Plinke. Sie sehen ein Video-Konzertmitschnitt aus der Trinitatiskirche in Sondershausen, der aufgezeichnet wurde für eine Musik-App der Stadt Sondershausen mit 14 Musik-Stationen auf zwei verschiedenen Besichtigungsrouten.
HIER Konzertvideo Max Reger, Abendlied |
Sondershausen, Trinitatiskirche | 27.10.2018

Friedrich Nietzsche/ Clytus Gottwald, Ungewitter [2018]

Auf dem Weg in die Nacht öffnet sich das Herz, es wird sich seiner Sehnsüchte bewusst. Das geheimnisvolle Dunkel des Waldes und die Weite des Sternenhimmels sind Folien für philosophische Gedankenwelten, Inspiration der Poesie und Fluchtpunkt des ermüdenden Tages. Die Nacht ist verführerisch – und sie kann bedrohlich sein.

Camille Saint-Säens, Calme des nuits [2018]

Die Nacht als Rückzugsort, als Zeit der Erholung, Zeit der Stille - in der Dunkelheit der Nacht ist der Mensch mit sich allein. Ohne das Licht des Tages ist er auf sich und sein Innerstes zurückgeworfen. Es ist eine faszinierende Welt voller Sehnsüchte und Ängste.

Uwe Gronastay, Die Nacht ist vorgedrungen [2018]

Die Nacht als Ort dunkler Mächte wie im alten Volksglauben, aber auch die Mystifizierung der Nacht in der Romantik als Zufluchtsort, der noch nicht rational durchdrungen ist – in der Nacht offenbaren sich Seelenzustände.

Johannes Brahms, In stiller Nacht [2016]

Brahms beschäftigte sich intensiv mit Volksliedern, weshalb er 1864 seine "14 Volkslieder für gemischten Chor" veröffentlichte, zu denen auch "In stiller Nacht" gehörte. Es ist im eigentlichen Sinne kein Volkslied, da die erste und letzte Strophe aus dem geistlichen Lied "Traurgesang von der Not Christi am Ölberg" von Friedrich Spee entstammt.

Arvo Pärt, Magnificat [2015]

Das revolutionäre Lied der Maria - das Magnificat - in der Vertonung von Arvo Pärt ist geprägt von einer tiefen Innerlichkeit und gelebten Religiosität.

Johann Herrmann Schein, Ich lasse Dich nicht [2015]

Musica ist das beste Labsal einem betrübten Menschen, dadurch das Herz wieder zufrieden, erquickt und erfrischt wird.
   (Martin Luther)

Heinrich Schütz, Gib unseren Fürsten [2017]

Heinrich Schütz schrieb diese zwei trostspendenden Motetten am Ende des 30-jährigen Krieges - unvorstellbar.

In der Nach-Corona-Zeit sind wir sicherlich nicht mehr dieselben. Die Menschen um uns herum werden hilfesuchender sein. Vor allem aber wird sich die globale Welt in unvorstellbarer Weise verändert haben.  

Heinrich Schütz, Verleih uns Frieden [2017]

Bleiben wird jedoch, davon sind wir überzeugt: „Musik vor allen Dingen“. Für die Zeit nach Corona wird ihre Unmittelbarkeit wichtiger denn je für uns sein.

Wir vermissen in diesen Wochen und jetzt schon Monaten das Miteinander-Erleben im Konzert, die Emotionen und den Applaus von Ihnen, unserem Publikum.

Nie hört die Musik auf. …. Die Zeit vergeht und nie Musik.  
   (Bertolt Brecht)


Chor-Werkstatt Sondershausen, Marstall - Max-Reger-Halle 

An den Schluss möchten wir eine Aufnahme von vier LJC-Sänger*innen stellen: Lovis Kriese (Sopran), Frieda Messerschmidt (Alt), Adrian Piesch (Tenor) und Adrian Patzelt (Bass). Das Quartett hat sich im Landesjugendchor kennengelernt und nach kurzer Zeit bestand der Wunsch, gemeinsam als Quartett aufzutreten. Das "Ensemble Lycksalig" singt ein Appalachian Christmas Carol im Arrangement von John Rutter.

John Rutter, I wonder as I wander [2018]